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Da ihre Leistungen grundsätzlich von der Steuer ausgenommen sind, müssen Urproduzenten einerseits nicht über die Lieferungen der im eigenen Betrieb gewonnenen Erzeugnisse mit der ESTV abrechnen, haben aber andererseits keinen Anspruch auf Abzug der auf ihren Aufwendungen lastenden Vorsteuer. Die Steuerbelastung der Betriebsmittel und Investitionsgüter beeinflusst jedoch die Preisgestaltung und kann den nichtsteuerpflichtigen gegenüber dem steuerpflichtigen Urproduzenten benachteiligen.

 

Um eine Schattensteuer (sog. taxe occulte) auf den Erzeugnissen solcher nicht steuerpflichtigen Urproduzenten, Viehhändler und Milchsammelstellen zu vermeiden, sieht Artikel 28 Absatz 2 MWSTG vor, dass deren steuerpflichtige Bezüger 2,5 % des ihnen in Rechnung gestellten Betrages (100 %) als Vorsteuer abziehen dürfen. Diese 2,5 % entsprechen in etwa der gesamten Vorsteuerbelastung der Urproduzenten auf ihren Aufwendungen, womit den nicht steuerpflichtigen Urproduzenten auf dem Markt keine Nachteile erwachsen sollen.

 

Der steuerpflichtige Bezüger kann diesen Vorsteuerabzug jedoch nur vornehmen, sofern sich der Wohn- beziehungsweise Geschäftssitz und die Wirtschaftsgebäude der Leistungserbringer im Inland befinden. Befinden sie sich dagegen im Ausland, besteht kein Anrecht auf Vorsteuerabzug nach Artikel 28 Absatz 2 MWSTG. Das gilt auch dann, wenn diese die Urprodukte auf Grund von bilateralen Abkommen über den Grenzverkehr oder von den zollrechtlichen Bestimmungen über den Marktverkehr zoll- und steuerfrei ins Inland liefern können.

 

Für den Vorsteuerabzug nach Artikel 28 Absatz 2 MWSTG nicht von Bedeutung ist, ob der Urproduzent, der Viehhändler oder die Milchsammelstelle für andere Tätigkeiten bereits im Register der steuerpflichtigen Personen eingetragen ist oder die Leistungen im Rahmen einer Haupt- oder einer Nebenerwerbstätigkeit erbracht werden. Entscheidend ist einzig, dass der Leistungserbringer bei der Rechnungsstellung oder der Leistungsempfänger bei der Ausstellung der Gutschrift die Steuer auf derartigen Lieferungen beziehungsweise Bezügen nicht ausweist.

 

Wird dagegen in der Rechnung oder der Gutschrift auf die Steuer hingewiesen, so steht dem Leistungsbezüger anstelle des Vorsteuerabzugs nach Artikel 28 Absatz 2 MWSTG lediglich der Vorsteuerabzug nach Artikel 28 Absatz 1 MWSTG zu.

 

Näheres zur Ausstellung einer Gutschrift durch den Käufer eines Urproduktes kann den Ziffern 10.1 und 10.2 entnommen werden.

 

Beispiel

Rechnungsstellung eines steuerpflichtigen Landwirts, der neben der Produktion von Silomais ( Urprodukt; Ziff. 2.1.1) auch einen der Steuer unterliegenden Handel mit Raufutter und Treibstoffen betreibt ( Ziff. 2.1.2).

 

André Jakober

Sarnen, 7. Juni 2011

Silomais und Raufutter

 

 

 

Seeweg 1

 

 

 

6060 Sarnen

 

 

 

CHE-123.456.789 MWST

Herr Richard Bacher

 

Viehhändler

 

 

 

Birkenweg 1

 

 

 

6060 Sarnen

 

 

 

 

 

 

Rechnung

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Lieferungen im Mai 2011:

 

 

 

 

MWST-Code

Heu (14.5.2011):

 

 

 

12 t à CHF 300.00 (inkl. Transport)

CHF

3’600.00

1)

Diesel (19.5.2011):

 

 

 

1'500 l à CHF 1.20 (inkl. Transport)

CHF

1’800.00

2)

Silomais aus eigener Produktion (27.5.2011):

 

 

 

8 t à CHF 120.00 (inkl. Transport)

CHF

960.00

3)

 

 

 

 

Total Rechnungsbetrag

CHF

6’360.00

 

 

 

 

 

Legende MWST-Code:

 

 

 

1) inkl. 2,5 % MWST

 

 

 

2) inkl. 8,0 % MWST

 

 

 

3) MWST 0,0 % Urproduktion

 

 

 

 

Die Vorsteuer kann folgendermassen berechnet werden:

Code 1: 2,5 % von (102,5 %)

CHF

3’600.00

CHF

87.80

Code 2: 8,0 % von (108,0 %)

CHF

1'800.00

CHF

133.35

Code 3: 2,5 % von (100,0 %)

CHF

960.00

CHF

24.00

 

 

 

 

 

Total Vorsteuer

 

 

CHF

245.15


20.06.2016
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