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Die Beherbergung (inkl. Gebühren für Telefonanschluss und -gespräche sowie Radio- und Fernsehanschluss, selbst bei separater Rechnungsstellung) und die Betreuung von Pensionären (z.B. Begleitung im Haus sowie zum Arzt oder zum Coiffeur) sind von der Steuer ausgenommen.

 

Ebenfalls von der Steuer ausgenommen sind solche Leistungen bei Kurzaufenthalten von betagten oder behinderten Personen (z.B. AHV- oder IV-Bezügern), wie beispielsweise Probewohnen, Kurzaufenthalten infolge Abwesenheit der Betreuungs- oder Pflegepersonen (normalerweise Ferien der Familienangehörigen), Erholungsaufenthalten infolge verschlechterten Gesundheitszustands (z.B. nach einem Sturz oder einem Spitalaufenthalt). Im Fall eines solchen Kurzaufenthaltes ist auch die Begleitung der betagten Person durch den ebenfalls betagten Partner/die ebenfalls betagte Partnerin von der Steuer ausgenommen.

 

Die Beherbergung von Betagten zu Ferienzwecken sowie von Gästen der Pensionäre ist zum Sondersatz für Beherbergung steuerbar.

 

Weitere Informationen können der MWST-Branchen-Info Hotel- und Gastgewerbe entnommen werden.

 

Leistungen, die nicht in der Tagespauschale inbegriffen sind und separat fakturiert werden (z.B. Reinigung des Zimmers, Waschen und Flicken der persönlichen Kleidung, Leistungen der Cafeteria, Gespräche in Telefonkabinen oder Verkauf von Gegenständen), sind zum massgebenden Steuersatz steuerbar.

 

Für Pensionäre getätigte Auslagen (z.B. Coiffeur, Pediküre, Taxi, Lebensmittel-, Kleider-, Schuh- und Medikamenteneinkäufe), die ihnen weiterfakturiert werden, sind nicht dem Umsatz der Einrichtung zuzuordnen und berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug (selbst wenn die entsprechende Auslage MWST-pflichtig ist), falls die Einrichtung die folgenden Voraussetzungen kumulativ erfüllt (Art. 20 Abs. 2 MWSTG):

 

a.

Sie kann nachweisen, dass sie als Stellvertreterin handelt, und kann die vertretene Person eindeutig identifizieren;

b.

sie gibt dem Leistungsempfänger das Bestehen eines Stellvertretungsverhältnisses ausdrücklich bekannt oder dieses ergibt sich aus den Umständen.

 

Im Fall der vorgenannten Auslagen geht die ESTV davon aus, dass sich aus den Umständen ein Stellvertretungsverhältnis ergibt. Die Einrichtung hat demnach auf Begehren der ESTV einerseits nachzuweisen, dass sie als Stellvertreterin handelt, und andererseits gegenüber der ESTV die vertretene Person zu identifizieren (z.B. gestützt auf einen mit der vertretenen Person abgeschlossenen Vertrag oder die Belege des getätigten Geschäftes). Diese Auslagen sind als Durchlaufposten zu verbuchen.


14.11.2017
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