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Der Weiterverkauf des beschädigten Gegenstandes in eigenem Namen an Dritte (z.B. Mitarbeiter oder Händler) ist beim Versicherer zum massgebenden Steuersatz steuerbar. Dies gilt selbst dann, wenn es sich um einen gebrauchten Gegenstand handelt, der durch den steuerpflichtigen Geschädigten seinerzeit ausschliesslich für eine von der Steuer ausgenommene Tätigkeit verwendet wurde und dessen Bezug ihn nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte.

 

Der Versicherer darf die im Zusammenhang mit der steuerbaren Lieferung anfallende Vorsteuer abziehen, sofern die Voraussetzungen von Artikel 28 MWSTG erfüllt sind und der Vorsteuerabzug nicht gemäss Artikel 29 MWSTG ausgeschlossen ist.

 

Übernimmt der Versicherer einen individualisierbaren beweglichen Gegenstand, im Zusammenhang mit der Schadenregulierung ohne offene Überwälzung der Mehrwertsteuer (z.B. Kauf eines Unfallfahrzeugs von einer Privatperson), kann er den Abzug fiktiver Vorsteuer nach Artikel 28a MWSTG vornehmen.
Sollte es sich jedoch um ein Sammlerstück, wie beispielsweise ein Motorfahrzeug, dessen erste Inverkehrsetzung beim Ankauf länger als 30 Jahre zurückliegt, handeln, ist die Margenbesteuerung anzuwenden und ein Abzug fiktiver Vorsteuer ist ausgeschlossen (Art. 24a MWSTG i.V.m. Art. 48a Abs. 3 Bst. c MWSTV MWST-Info Steuerbemessung und Steuersätze). Als Bemessungsgrundlage des Abzugs fiktiver Vorsteuer kann nicht die Summe herangezogen werden, welche als Schadenersatz ausgerichtet wird. Bemessungsgrundlage ist vielmehr der tatsächliche Wert des im Zusammenhang mit der Schadenregulierung übernommenen Gegenstands im Zeitpunkt der Übernahme durch den Versicherer. In der Schadenabrechnung ist somit als Restwert (entspricht Einkaufspreis) der tatsächliche Wert des Gegenstandes anzugeben. Der Abzug der fiktiven Vorsteuer ist nur auf dem tatsächlichen Wert des Gegenstandes im Zeitpunkt der Übernahme zulässig (Art. 63 Abs. 4 MWSTV). Der Wert ist nach wirtschaftlichen Kriterien zu bestimmen. Er ist für die steuerlichen Belange so zu kalkulieren, dass kein Verlust entsteht. Die Kosten, die dem Versicherer im Zusammenhang mit dem Wiederverkauf entstehen, sind zu berücksichtigen. Damit dem Versicherer keine übermässigen Umtriebe entstehen (Art. 80 MWSTG), muss die Kalkulation nicht für jeden einzelnen Gegenstand vorgenommen werden. Es können pauschalierte Werte eingesetzt werden. Im Rahmen der Finalisierung des Geschäftsjahres (Art. 72 Abs. 1 MWSTG) ist sodann eine Korrektur der bisher abgerechneten fiktiven Vorsteuer vorzunehmen, sollte die Überprüfung nach Massgabe der genannten Kriterien ergeben, dass die pauschalierten Werte, über die gesamte Steuerperiode betrachtet, zu hoch angesetzt wurden.

 

Wurden im Rahmen der Schadenregulierung Sammlerstücke (Art. 24a MWSTG i.V.m. Art. 48a Abs. 3 Bst. c MWSTV) übernommen und für diese zu Unrecht ein Abzug fiktiver Vorsteuer vorgenommen oder zu Unrecht die Margenbesteuerung angewendet (z.B. offener Ausweis der Steuer beim Verkauf;  MWST-Info Steuerbemessung und Steuersätze), so sind die nötigen Korrekturen ebenfalls spätestens im Rahmen der Finalisierung vorzunehmen.

 

Wird auf der Schadenabrechnung kein Wert ausgewiesen beziehungsweise angerechnet, ist der Abzug fiktiver Vorsteuer nicht möglich.

 

Weitere Informationen zum Thema Abzug fiktiver Vorsteuer können der MWST-Info Vorsteuerabzug und Vorsteuerkorrekturen sowie der MWST-Branchen-Info Motorfahrzeuggewerbe entnommen werden.

 

Bei der Rückübertragung eines versicherten Gegenstandes/Sachwertes an den Geschädigten gegen Rückerstattung der Versicherungsleistung im Rahmen einer Rückabwicklung (z.B. wenn ein gestohlenes Bild aufgefunden und dem Geschädigten zur Rückübertragung gegen Rückerstattung der Versicherungsleistung angeboten wird) liegt keine steuerbare Lieferung vor. Dies gilt auch dann, wenn zusätzliche, im gleichen Schadenfall abgegoltene Schäden vom Versicherer abgedeckt bleiben.

 

Änderung des MWSTG per 01.01.2018.


04.06.2020
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