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Die Steuerpflicht eines inländischen Veranstalters (z.B. einfache Gesellschaft) beginnt mit der Aufnahme der Tätigkeit. Handelt es sich um einen ausländischen Veranstalter beginnt die Steuerpflicht grundsätzlich mit dem erstmaligen Erbringen einer Leistung im Inland. Eine Befreiung von der Steuerpflicht ist nicht mehr möglich, wenn der steuerbare Gesamtumsatz aus einem Anlass die Umsatzlimite von 100’000 Franken ( Ziff. 2.2) oder von 150’000 Franken ( Ziff. 2.1) erreicht oder wenn davon auszugehen ist, dass der steuerbare Gesamtumsatz diese Limiten erreicht. Das für den Anlass erstellte Budget dient als Indiz für die Beurteilung.

 

Sind die Voraussetzungen für die Steuerpflicht gegeben, meldet sich der Veranstalter innert 30 Tagen nach Ablauf der Steuerbefreiung unaufgefordert bei der ESTV, um seine Aufnahme in das MWST-Register zu beantragen.

 

In der Regel endet die Steuerpflicht des ausschliesslich für den Anlass gegründeten Veranstalters ( Ziff. 2.2.1) mit dem Wegfall der im Rahmen des Anlasses erbrachten steuerbaren Leistungen, d.h. in dem Zeitpunkt, in welchem der Veranstalter sämtliche im Rahmen des Anlasses erbrachten steuerbaren Leistungen (einschliesslich Betriebsmittelverkäufen) fakturiert oder vereinnahmt und die Schulden für bezogene Leistungen bezahlt hat.

 

Dies gilt auch für bestehende Veranstalter, die bezüglich anderer, nicht mit dem Anlass zusammenhängender Tätigkeiten von der Steuerpflicht befreit sind ( Ziff. 2.2.2, zweiter Abschnitt), sofern die nicht im Zusammenhang mit dem Anlass stehenden Tätigkeiten - beispielsweise nach Beendigung des Anlasses - nicht derart ausgeweitet werden, so dass die Umsätze aus diesen anderen Tätigkeiten eine Steuerpflicht begründen.

 

Wenn der Veranstalter dagegen bereits vor Durchführung des Anlasses aufgrund anderer Tätigkeiten steuerpflichtig gewesen ist, endet die Steuerpflicht nicht schon mit Beendigung des Anlasses, sondern erst im Zeitpunkt in welchem der Veranstalter seine anderen unternehmerischen Tätigkeiten aufgibt resp. bei ausländischen Veranstaltern am Schluss des Kalenderjahres, in dem letztmals eine Leistung im Inland erbracht wird (Art. 14 Abs. 2 MWSTG).

 

Wird durch dieselbe steuerpflichtige Person (dasselbe Steuersubjekt) - beispielsweise 2 oder 3 Jahre nach dem Anlass - eine weitere Veranstaltung durchgeführt, welche die Voraussetzungen für eine Steuerpflicht erfüllt, erfolgt keine Löschung aus dem Register der steuerpflichtigen Personen. Die Eintragung im MWST-Register bleibt bestehen, sofern im Zeitraum zwischen den Anlässen regelmässig (z.B. einmal jährlich) steuerbare Einnahmen erzielt werden.

 

Beispiel
Das Organisationskomitee „Hoffnungsträger im Fussball“, in dem die grössten Fussballvereine der Schweiz vertreten sind, organisiert im Jahr 2011 ein nationales Fussballturnier in St. Gallen und im Jahr 2013 ein internationales Turnier in Zürich. Das Organisationskomitee „Hoffnungsträger im Fussball“ wird im Jahr 2015 infolge der Beendigung seiner Tätigkeit aufgelöst. Im folgenden Beispiel werden nur die im Rahmen dieser zwei Sportanlässe erzielten steuerbaren Umsätze (alle Werte in CHF) berücksichtigt, d.h. die massgebenden Umsätze ( Ziff. 2.4), die darüber entscheiden, ob (und falls ja, ab wann) das Organisationskomitee „Hoffnungsträger im Fussball“ steuerpflichtig ist.

 

Erzielte Einnahmen:

2010

2011

2012

2013

2014

Nationales Turnier in St. Gallen:

 

 

 

 

 

Sponsoring

120'000

80'000

 

 

 

Bewirtung

-

90'000

 

 

 

Internationales Turnier in Zürich:

 

 

 

 

 

Sponsoring

-

-

140'000

150'000

30'000

Bewirtung

-

-

-

130'000

-

Total

120'000

170'000

140'000

280'000

30'000

 

Die Steuerpflicht des Organisationskomitee „Hoffnungsträger im Fussball“ beginnt im Jahr 2010 ab dem Zeitpunkt in welchem erstmals steuerbare Einnahmen zu verzeichnen sind. Obwohl im Jahr 2012 kein Anlass stattfindet, sind Einnahmen in Form von Sponsoring erzielt worden. Das Organisationskomitee wird im Jahr 2014 auf den Zeitpunkt aus dem MWST-Register gelöscht, in welchem die letzten Einnahmen (Forderungen) und Zahlungen (Verbindlichkeiten) erfolgen. Da beim Organisationskomitee „Hoffnungsträger im Fussball“ kein weiterer Auftrag (Mandat) für die Durchführung weiterer Fussball-Veranstaltungen, sowie keine Absicht besteht, andere Tätigkeiten auszuüben, erfolgt die Löschung aus dem MWST-Register nicht erst auf den Zeitpunkt der Auflösung des Organisationskomitees im Jahr 2015.

 

Wird ein regelmässiger Sportanlass jeweils durch verschiedene Veranstalter durchgeführt, muss die Steuerpflicht jedes einzelnen Veranstalters abgeklärt werden.

 

Beispiel
Jedes Jahr finden die Schweizer Meisterschaften im Kunstturnen statt. Im Jahr 2017 werden diese durch den Verein GymnArt aus Biel und im Jahr 2018 durch die „Association de gymnastique artistique“ aus Sion durchgeführt.
Die beiden Veranstalter werden als unabhängige Organisationskomitees betrachtet
(
 Ziff. 2.2). Die einzigen Einnahmen, die bei dieser Meisterschaft erzielt werden, stammen aus dem Sponsoring, d.h. es sind weder Eintrittsgelder für die Zuschauer noch Teilnahmegebühren für die Kunstturner vorgesehen.

 

Die Einnahmen aus dem Sponsoring belaufen sich pro Anlass auf 160‘000 Franken (ohne Steuer). Deshalb erfüllen beide Veranstalter die Voraussetzungen für die Steuerpflicht. Folglich erhalten beide eine separate nicht übertragbare MWST-Nummer. Ein allfälliges Ende der Steuerpflicht des einen oder anderen Veranstalters muss somit ebenfalls individuell geprüft werden.

 

Änderung des MWSTG per 01.01.2018.


24.07.2013
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