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Voneinander unabhängige Leistungen, die entweder zum Normalsatz, zum für Beherbergungsleistungen (Übernachtung mit Frühstück) geltenden Sondersatz oder zum reduzierten Satz steuerbar oder die von der Steuer ausgenommen sind, müssen grundsätzlich separat fakturiert werden.

 

Wenn jedoch mehrere unabhängige Leistungen ein Gesamtpaket bilden oder in Kombination angeboten werden, können sie steuerlich einheitlich nach der überwiegenden Leistung behandelt werden, wenn sie zu einem Pauschalpreis angeboten werden und die überwiegende Leistung wertmässig mindestens 70 % des Gesamtentgelts ausmacht.

 

Zu Kontrollzwecken muss die Aufteilung des Gesamtwerts - in Abhängigkeit davon, wie die einzelnen unabhängigen Leistungen bei separater Fakturierung steuerlich beurteilt würden (d.h. von der Steuer ausgenommen, Normalsatz, Sondersatz bzw. reduzierten Satz) - aufgezeigt und mittels Kalkulationen (geeignete interne Aufzeichnungen) nachgewiesen werden. Als massgebender Wert einer jeden selbstständigen Leistung gilt jener Wert, der mit einem unabhängigen Dritten vereinbart würde.

 

Wenn in einer Leistungskombination keine einzelne Leistung im hiervor genannten Sinne überwiegt oder wenn mehrwertsteuerlich gleichartige Leistungen zusammen nicht mindestens 70 % des Gesamtwerts der kombinierten Leistungen (Verkaufspreis) ausmachen, sind die verschiedenen unabhängigen Leistungen separat zu fakturieren und zu versteuern. Eine pauschale Fakturierung des Gesamtentgelts ist in diesem Fall gleichwohl möglich, wenn folgende Punkte beachtet werden:

  • Es erfolgt kein Hinweis auf die Mehrwertsteuer;

  • der Wert der einzelnen, separat abzurechnenden Leistungen (= Steuerbemessungsgrundlage) lässt sich aufgrund geeigneter Aufzeichnungen ermitteln.

 

Selbst wenn unter den obigen Voraussetzungen eine pauschale Besteuerung möglich ist, muss jede selbstständige Leistung einzeln mit der ESTV abgerechnet werden. Das hat zur Folge, dass die steuerbaren Leistungen zu den für sie anwendbaren Steuersätzen (Normalsatz, Sondersatz oder reduzierter Satz) versteuert werden. Dagegen müssen die von der Steuer ausgenommenen Leistungen sowie die im Ausland erbrachten oder von der Steuer befreiten Leistungen nicht versteuert werden. Zu beachten ist, dass der Vorsteuerabzug im Umfang der von der Steuer ausgenommenen Leistungen nicht möglich ist (Art. 29 Abs. 1 MWSTG).

 

Nähere Informationen zu kombinierten Leistungen beim Verkauf von Eintrittsbilletten für Sportveranstaltungen, können den Ziffern 9.2.1 und 9.2.2 entnommen werden.

 

Beispiel 1
Ein regionaler Radiosender wird Hauptsponsor eines Sportklubs
Der Radiosender erbringt folgende Leistungen:

  • Verschiedene Radiosendungen, in denen für den Sportklub geworben wird;

  • Bezahlung einer Pauschalsumme.

 

Der Sportklub erbringt folgende Leistungen:

  • Werbung auf den Trikots;

  • Bandenwerbung;

  • Inserat in der Klubzeitschrift;

  • verschiedene Saisonabonnemente;

  • 20 Eintrittsbillette für jedes Meisterschaftsspiel, die unter den Hörern des Regionalradios verlost werden.

 

Beispiel 2
Ein Autoimporteur wird Sponsor eines Sportklubs
Der Autoimporteur erbringt folgende Leistungen:

  • Bereitstellung eines Neuwagens für jeden Spieler der 1. Mannschaft;

  • Bezahlung einer Pauschalsumme.

 

Der Sportklub erbringt folgende Leistungen:

  • Während der Meisterschaftsspiele werden verschiedene Neuwagen des Autoimporteurs im Stadion und am Haupteingang ausgestellt;

  • Bandenwerbung;

  • Werbung über Lautsprecher;

  • Zurverfügungstellung der Sportler für Autogrammstunden;

  • 10 Saisonabonnemente für die Meisterschaft.

 

Wenn weder die von der Steuer ausgenommenen Leistungen noch die zum Normalsatz steuerbaren Leistungen mindestens 70 % der Gesamtleistung ausmachen, sind in den vorangehenden Beispielen die zum Normalsatz steuerbaren Leistungen (z.B. Werbung) und die von der Steuer ausgenommenen Leistungen (z.B. Eintrittsbillette) separat zu fakturieren und zu versteuern. Wenn dagegen der Wert der zum Normalsatz steuerbaren Leistungen überwiegt (mindestens 70 % des Gesamtentgelts), kann das Gesamtentgelt pauschal fakturiert und zum Normalsatz versteuert werden.

 

Beispiel 3
Ein Carunternehmen bietet den Fans einer Eishockeymannschaft zum Pauschalpreis von 250 Franken an, sie mit dem Car zu einem Auswärtsspiel ihrer Mannschaft zu transportieren. Dieser Pauschalpreis umfasst nicht nur die Carfahrt und den Eintritt zum Hockeyspiel, sondern auch ein Mittagessen und die im Car servierten Getränke (der Spielort ist weit entfernt). Auf der Grundlage interner Berechnungen des Carunternehmens setzt sich das pauschale Entgelt von 250 Franken wie folgt zusammen:

  • CHF    120        für die Carfahrt;

  • CHF      50        für das Mittagessen;

  • CHF      30        für die im Car servierten Getränke;

  • CHF      50        für das Eintrittsbillett zum Spiel.

 

In Anbetracht der Tatsache, dass die Carfahrt, das Mittagessen und die im Car servierten Getränke zum Normalsatz steuerbare Leistungen darstellen und ihr Gesamtwert mehr als 70 % des Gesamtentgelts ausmacht, kann die gesamte Leistung zum Normalsatz versteuert werden.

 

Beispiel 4
Für 3 in der Region stattfindende Eishockeyspiele bietet dasselbe Carunternehmen den Fans ein Leistungspaket zum Pauschalpreis von 250 Franken an. Der Pauschalpreis setzt sich auf Grundlage interner Berechnungen wie folgt zusammen:

  • CHF      50        für die Carfahrt zu den 3 Spielen;

  • CHF      20        für 6 im Car servierte Getränke;

  • CHF    180        für die 3 Eintrittsbillette zu den Spielen.

 

Weil in diesem Fall der Wert der Eintrittsbillette (von der Steuer ausgenommene Leistung) überwiegt (mehr als 70 % des Gesamtentgelts), kann das Carunternehmen das Gesamtentgelt (Pauschalpreis von CHF 250) als von der Steuer ausgenommen behandeln.

 

Informationen zur steuerlichen Behandlung von Personentransporten per Bus, Flugzeug oder Eisenbahn zu Sportwettkämpfen (oder anderen Anlässen) im Ausland sowie von Leistungen, die in Kombination mit diesen Transportdienstleistungen erbracht werden, finden sich in der MWST-Branchen-Info Transportwesen.


13.06.2018
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