Error

Unsupported browser!

Please note that your browser, Internet Explorer 8 or earlier, is deprecated.

We recommend upgrading to the latest version.

If you are using IE 9 or above, make sure you turn off "Compatibility View".

PDF-Publikationen erstellen/druckenHTML-Publikationen erstellen Ziffer drucken

Die MWST-Abrechnung während des Konkurs- beziehungsweise Nachlassverfahrens richtet sich nach den Bestimmungen des MWSTG. Der steuerpflichtige Schuldner darf die den Leistungserbringern (z.B. Lieferanten) tatsächlich bezahlte Vorsteuer in Abzug bringen. Voraussetzung dafür ist, dass diese Leistungen innerhalb der unternehmerischen Tätigkeiten, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, verwendet werden.

 

Sofern nicht das unter Ziffer 2 aufgeführte Meldeverfahren Anwendung findet, ist wie folgt vorzugehen:

 

 

Wird eine Forderung eines mehrwertsteuerpflichtigen Schuldners gegenüber einem Dritten eingezogen, so wird auch die MWST mit eingezogen. Die im Rahmen von Zwangsvollstreckungsverfahren anfallenden Mehrwertsteuern stellen Verwertungskosten dar (Art. 89 Abs. 6 MWSTG). Die einkassierte Steuer ist an die ESTV zu überweisen, bevor der restliche Erlös auf die Gläubiger verteilt wird.

 

Dazu sind die nachfolgenden Beispiele zu beachten.

 

Buchstabe A: Verkauf von Fahrnis/Erbringen von Dienstleistungen
Die Steuerforderung aus der Verwertung entsteht beim Steigerungszuschlag an den Meistbietenden oder beim Freihandverkauf (Art. 3 Bst. c MWSTG). Die MWST zum massgebenden Satz (Steuersatz oder Saldosteuersatz) ist im erzielten Erlös eingeschlossen und ist Teil der Verwertungskosten (Art. 89 Abs. 6 MWSTG).

Als Dienstleistung im Sinne von Artikel 3 Buchstabe e MWSTG gilt jede Leistung, die keine Lieferung ist. Eine Dienstleistung liegt insbesondere vor, wenn immaterielle Werte und Rechte überlassen werden.

 

Buchstabe B: Vermietung/Verpachtung von Liegenschaften (Räumlichkeiten)
Hat die steuerpflichtige Person durch offenen Ausweis der Steuer in der Rechnung oder durch Deklaration in der MWST-Abrechnung unter den Ziffern 200 und 205 (kumulativ) für die Vermietung/Verpachtung optiert (Art. 22 MWSTG), stellt die im Mietzins enthaltene MWST Teil der Verwertungskosten dar (Art. 89 Abs. 6 MWSTG). Eine Option für die Vermietung/Verpachtung von Liegenschaften (Räumlichkeiten) ist gemäss Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b MWSTG ausgeschlossen, wenn diese vom Mieter/Pächter ausschliesslich für Wohnzwecke genutzt werden.

 

Das Konkursamt beziehungsweise die Sachwalter und Liquidatoren haben das Vorliegen einer Option anhand der Geschäftsunterlagen (insbesondere der Rechnung oder der MWST-Abrechnung) zu prüfen.
Der Gesamterlös der Mieteinnahmen ist im Formular Nr. 533 ( 
Ziff. 5.2) zu deklarieren.

 

Die Grundsätze sowie Voraussetzungen der Option können der MWST-Info Steuerobjekt entnommen werden.

 

Buchstabe C: Verkauf von Liegenschaften oder Teilen davon
Der Verkauf von Liegenschaften oder Teilen davon ist i.d.R. von der Steuer ausgenommen (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 20 MWSTG).

 

Vorerst ist abzuklären, ob der Schuldner nach der effektiven Methode oder nach der Saldosteuersatzmethode (SSS) abrechnet.

 

 

Artikel 36 und 37 MWSTG sowie Artikel 83 und 93 MWSTV.

 

Bei effektiver Abrechnung (nicht bei SSS) ist eine freiwillige Versteuerung der Umsätze (Option) aus Liegenschaftsverkäufen (ohne Wert des Bodens) möglich. Eine Option für den Verkauf einer Liegenschaft ist jedoch gemäss Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b MWSTG ausgeschlossen, wenn diese vom Käufer ausschliesslich für Wohnzwecke genutzt wird ( Ziff. 4.4, Bst. B).

 

Über die MWST ist wie folgt abzurechnen.

 

a)

Inlandsteuer:
Wird für den Verkauf optiert, unterliegt das Entgelt ohne Wert des Bodens der MWST zum Normalsatz. Die Steuerforderung entsteht beim Steigerungszuschlag an den Meistbietenden oder beim Freihandverkauf. Die MWST ist im erzielten Erlös eingeschlossen. Die MWST auf dem Verkaufspreis der Liegenschaft (Gebäude), ohne Wert des Bodens, stellt Teil der Verwertungskosten dar (
Art. 89 Abs. 6 MWSTG).

 

b)

Vorsteuerkorrektur:
Wird für den Verkauf nicht optiert, ist gegebenenfalls eine Korrektur der Vorsteuer vorzunehmen (
Art. 31 MWSTG). Die Vorsteuerkorrekturen sind ebenfalls Verwertungskosten (Art. 89 Abs. 6 MWSTG).

 

In Bezug auf den Wert des Bodens sind die Ausführungen in den MWST-Branchen-Infos Baugewerbe oder Liegenschaftsverwaltung / Vermietung und Verkauf von Immobilien zu beachten.

 

Die Grundsätze sowie Voraussetzungen der Option können der MWST-Info Steuerobjekt entnommen werden.

 

Änderung des MWSTG per 01.01.2018.



22.08.2018
Zusätzliche Informationen
Vorherige Version anzeigen
VersionStand abStand bisPubliziert amMaterielle Änderungen
No records found.
Ziffer bearbeiten
Wollen Sie eine neue Version erstellen?