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Liegt der Ort einer grundsätzlich steuerbaren Dienstleistung aufgrund der Ortsbestimmungsprinzipien ( Ziff. 2.1.3) im Ausland, so unterliegt die Leistung - mit Anspruch auf Vorsteuerabzug - nicht der Inlandsteuer.

 

Als geeignetes Dokument für die Feststellung des Wohn- oder Geschäftssitzes des ausländischen Dienstleistungsempfängers beziehungsweise des wirtschaftlich Berechtigten dient bei Banken insbesondere das Formular A gemäss Artikel 3 und 4 VSB und bei den andern Finanzintermediären die diesem Formular entsprechenden Dokumente. Ebenfalls dienlich sind Dokumente wie beispielsweise Vermögensverwaltungsauftrag, Depotvertrag und/oder -auszug oder schriftliche Vollmacht.

 

Beispiel 1
Eine Bank beziehungsweise ein Vermögensverwalter mit Sitz in Zürich erbringt Vermögensverwaltungsleistungen für einen Kunden mit Sitz in Berlin (DE).

Der Ort der Dienstleistung befindet sich im Ausland (Empfängerort, Sitz des Leistungsempfängers ist massgebend; Art. 8 Abs. 1 MWSTG); das Entgelt hierfür unterliegt nicht der Steuer. Für Aufwendungen in diesem Zusammenhang hat die Bank beziehungsweise der Vermögensverwalter Anspruch auf Vorsteuerabzug.

 

Beispiel 2
Eine Bank beziehungsweise ein Vermögensverwalter mit Sitz in Bern verwaltet für einen Kunden mit Sitz in Basel das in Paris (FR) gelegene Grundstück.

Der Ort der Dienstleistung befindet sich im Ausland (Ort des Grundstücks ist massgebend; Art. 8 Abs. 2 Bst. f MWSTG); das Entgelt hierfür unterliegt nicht der Steuer. Für Aufwendungen in diesem Zusammenhang hat die Bank beziehungsweise der Vermögensverwalter Anspruch auf Vorsteuerabzug.

 

Beispiel 3
Eine Bank beziehungsweise ein Vermögensverwalter mit Sitz in Genf erbringt einem Kunden X mit Sitz in Lyon (FR) Vermögensverwaltungsleistungen. Korrespondenz- und Rechnungszustellung zu Handen des Kunden erfolgen via dem Anwaltsbüro A in Genf (Kunde X, Lyon (FR), c/o Anwaltsbüro A, Genf).

Der Ort der Dienstleistung befindet sich im Ausland (Empfängerort, Sitz des Leistungsempfängers ist massgebend; Art. 8 Abs. 1 MWSTG); das Entgelt hierfür unterliegt nicht der Steuer. Die Zustellung der Korrespondenz und der Rechnungen an eine Postadresse des Kunden im Inland vermag hieran nichts zu ändern. Für Aufwendungen im Zusammenhang mit der fraglichen Vermögensverwaltung hat die Bank beziehungsweise der Vermögensverwalter Anspruch auf Vorsteuerabzug.

 

Ist der Konto- beziehungsweise Depotinhaber nicht eine einzelne (natürliche oder juristische) Person, sondern besteht der Inhaber aus mehreren Personen, welche ihren Sitz im In- und Ausland haben (gemeinschaftliche Konto- oder Depotverwaltung), so kann das hierfür zu bezahlende Entgelt in einen steuerbaren und einen nicht der Steuer unterliegenden Anteil aufgeteilt werden, sofern betreffend der Leistungserbringung eine klare Aufteilung beziehungsweise Zuordnung (auf die Personen mit Sitz im Inland und diejenigen mit Sitz im Ausland) vorgenommen werden kann. Andernfalls unterliegt das Gesamtentgelt der Steuer.

 

Nimmt der Konto- beziehungsweise Depotinhaber eine grenzüberschreitende Sitz- beziehungsweise Domizilverlegung vor, so können Entschädigungen, welche nach dem Empfängerortsprinzip besteuert werden, pro rata temporis auf den Inland- und Auslandanteil aufgeteilt werden. Erfolgt keine Aufteilung, so ist in allen Fällen auf das Domizil bei Rechnungsstellung oder Belastung abzustellen. Die gewählte Methode muss von der steuerpflichtigen Person während mindestens eines Jahres (Steuerperiode) beibehalten werden.

 

Als Empfängerort gilt im Depotgeschäft weder das Domizil des wirtschaftlich Berechtigten noch die Zustelladresse, sondern der Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit oder Wohnsitz des Vertragspartners (d.h. des Depotinhabers). Über die Bestimmung des Empfängerortes bei ausländischen Domizilgesellschaften orientiert die Ziffer 7.

 

Beispiel 4
Ein Kunde mit Sitz in Bern hat mit einer Bank in Zürich einen Vermögensverwaltungsvertrag abgeschlossen. Ende April verlegt der Kunde seinen Wohnsitz nach Stuttgart (DE). Wenn nun die Bank Ende des betreffenden Jahres dem Kunden die Vermögensverwaltungsgebühr für das ganze Jahr belastet, so unterliegt der Gebührenanteil für den Zeitraum Januar bis April der Steuer; der Gebührenanteil für den Zeitraum Mai bis Dezember unterliegt (infolge des neuen Domizils im Ausland) hingegen nicht der Steuer. Erfolgt keine Aufteilung, so ist auf das Domizil bei Belastung abzustellen, womit die Vermögensverwaltungsgebühr für das ganze Jahr nicht der Steuer unterliegt.


04.04.2018
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