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Liegt eine Vermittlertätigkeit im obigen Sinne vor, ist für deren steuerliche Behandlung gemäss Artikel 21 Absatz 2 Ziffer 19 Buchstaben a - e MWSTG nicht entscheidend, wie das Entgelt - oftmals als Retrozession oder Kickback-Zahlung bezeichnet - festgelegt wird (z.B. Fixbetrag pro Vertragsabschluss oder Prozent- oder Promillesatz des wertmässigen Umfangs eines Vertragsabschlusses oder Weitergabe der aus einem Vertragsabschluss in der Folge fliessender Kommissions- oder Zinseinnahmen). Massgebend ist vielmehr, ob das vermittelte Grundgeschäft dem steuerbaren oder dem von der Steuer ausgenommenen Bereich zuzuordnen ist.

 

a.

Ist das vermittelte Grundgeschäft dem steuerbaren Bereich zuzuordnen (z.B. Depotverwaltung [Depotgebühren] oder Treuhandgeschäft [Treuhandkommissionen]), ist das Entgelt für die Vermittlung grundsätzlich steuerbar.

 

Befindet sich der Sitz des Empfängers der Vermittlungsleistung im Inland, ist diese - mit Anspruch auf Vorsteuerabzug - steuerbar beziehungsweise ist die Bezugsteuer ( Ziff. 2.2) geschuldet. Liegt der Sitz des Empfängers im Ausland, unterliegt sie - mit Anspruch auf Vorsteuerabzug - nicht der Inlandsteuer ( Ziff. 2.1.5.2).

 

Die Anwendung von Artikel 23 Absatz 2 Ziffer 9 MWSTG bleibt vorbehalten. Sind die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, ist das Vermittlungsentgelt von der Steuer befreit ( Ziff. 2.1.7.1).

 

 

b. 

Entstammt das vermittelte Grundgeschäft dem von der Steuer ausgenommenen Bereich (z.B. Wertpapiertransaktion [Courtagen]), so ist das Entgelt für die Vermittlung von der Steuer ausgenommen (wie die betreffenden Umsätze selbst).

 

Befindet sich der Sitz des Empfängers der Vermittlungsleistung im Inland, ist diese - ohne Anspruch auf Vorsteuerabzug - nicht steuerbar. Liegt der Sitz des Empfängers im Ausland, unterliegt sie - ohne Anspruch auf Vorsteuerabzug - nicht der Inlandsteuer ( Ziff. 2.1.4.1 und 2.1.4.3).

 

Beispiel 1
Der inländische Kreditvermittler X informiert seinen inländischen Kunden K über die Kreditkonditionen einzelner Finanzinstitute, füllt das Antragsformular aus und stellt dieses dem Finanzinstitut zu. Im gleichen Zusammenhang erbringt X dem Kunden K auch Beratungsleistungen nebensächlichen Charakters. Der Kunde K muss X nichts bezahlen. Stattdessen erhält X vom inländischen Finanzinstitut eine Provision. X handelt als blosser Kreditvermittler; die ihm ausgerichtete Provision ist von der Steuer ausgenommen.

 

Beispiel 2
Das Vermögensverwaltungsunternehmen X mit Sitz im Inland trifft auf der Grundlage des mit dem inländischen Kunden K abgeschlossenen Vermögensverwaltungsvertrages und der ihm erteilten Anlageinstruktionen die Anlageentscheide für den Kunden K und gibt die entsprechenden Wertschriftentransaktionen bei einem inländischen Finanzinstitut in Auftrag. Da die steuerbare Leistung die blosse Vermittlungsleistung überwiegt, handelt es sich nicht um eine eigenständige Mittlertätigkeit. Das gesamte Entgelt für die Tätigkeit unterliegt der Steuer. Dies gilt auch für eine allfälligerweise vom Finanzinstitut ausgerichtete Provision.

 

Beispiel 3
Im Hinblick auf den Bau eines Eigenheims lässt der inländische Kunde K vom Inländer X eine umfassende Finanzanalyse und -planung erstellen. X informiert und berät den Kunden K gleichzeitig über die Produkte verschiedener Finanzinstitute. Auf Wunsch des Kunden K stellt X auch den Kontakt zu einem inländischen Finanzinstitut her. Da die steuerbare Leistung die blosse Vermittlungsleistung überwiegt, unterliegt das gesamte Entgelt für die Tätigkeit der Steuer. Dies gilt auch für eine allfälligerweise vom Finanzinstitut ausgerichtete Provision.

 

Beispiel 4
A mit Sitz im Inland bietet von der Steuer ausgenommene Finanzprodukte über die vom Inländer B betriebene Internetplattform an. Der interessierte inländische Kunde K füllt das zur Kontaktaufnahme bereitgestellte Formular aus; B leitet die Angaben an A weiter. B erbringt keine von der Steuer ausgenommene Vermittlung im Bereich des Geld- und Kapitalverkehrs. Es handelt sich um grundsätzlich steuerbare Tätigkeiten.


23.02.2015
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