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Bei Fahrzeugen, welche überwiegend unternehmerisch genutzt werden, können in einem ersten Schritt sämtliche Vorsteuern auf den Anschaffungs- und üblichen Unterhaltskosten im Rahmen der zum Vorsteuerabzug berechtigenden Tätigkeit des Unternehmens abgezogen werden. Sodann ist der Vorsteuerabzug infolge privater Nutzung des Geschäftsfahrzeuges zu korrigieren. Die pauschale Berechnung der Vorsteuerkorrektur erfolgt analog der Berechnung der Privatanteile beim Personal ( Ziff. 1.5.2).

 

Werden die Geschäftsfahrzeuge nicht überwiegend unternehmerisch verwendet, so ist der Vorsteuerabzug auf dem Erwerb und Unterhalt laufend im Verhältnis der Höhe der privaten Nutzung zu korrigieren (Art. 30 Abs. 1 MWSTG).

 

Unabhängig vom Anteil der unternehmerischen oder privaten Verwendung der Fahrzeuge, können die Privatanteile auch effektiv ermittelt werden. Die effektiv angefallenen, vorsteuerbelasteten Kosten sind in diesen Fällen proportional nach der Verwendung aufzuteilen. Der auf den privaten Anteil entfallende vorgenommene Vorsteuerabzug ist zu korrigieren (Eigenverbrauch). Die effektive Ermittlung der Privatanteile setzt voraus, dass die geschäftlich und privat zurückgelegten Kilometer nachgewiesen werden (z. B. anhand eines Bordbuches;  Ziff. 1.5.1).

 

Berechnungsbeispiel
Sachverhalt im Jahr n:
Kauf Geschäftsfahrzeug: CHF 53'850 (inkl. 7,7 % MWST)
Treibstoff sowie diverse Unterhalts- und Reparaturkosten: CHF 1'077 (inkl. 7,7 % MWST)
Diverse Kosten ohne MWST (Versicherung, Steuern usw.): CHF 2'000
Anteil private Nutzung (Annahme): 80 %
Unternehmerische, vorsteuerabzugsberechtigte Nutzung: 20 %
Total im Jahr n angefallene Vorsteuer: CHF 3'850 + CHF 77 = CHF 3'927
Vorzunehmende Vorsteuerkorrektur: im Jahr n 80 % von CHF 3'927 = CHF 3'141.60

 

Eine allfällige Nutzungsänderung beim Fahrzeug ist jährlich zu überprüfen (MWST-Info Nutzungsänderungen).

 

Der Inhaber eines Einzelunternehmens benötigt für die Ausübung seiner unternehmerischen Tätigkeit in der Regel nur einen Personenwagen. Macht er geltend, hierfür mehrere Fahrzeuge zu benötigen, ist ein entsprechender Nachweis zu erbringen. Ansonsten gelten nur die Kosten (Kaufpreis, Leasingraten, Unterhalt usw.) eines Fahrzeuges als unternehmerisch begründet und berechtigen im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit zum Vorsteuerabzug. Bei der Beurteilung, welches der Fahrzeuge als unternehmerisch notwendig gilt, ist in erster Linie deren Funktionalität massgebend. Hat beispielsweise der Inhaber eines Malereibetriebes einen Kombi und einen Cabrio Sportwagen im Geschäftsvermögen, so wird vermutet, dass der Kombi aufgrund seiner Funktionalität für die unternehmerische Tätigkeit verwendet wird. Weiter gilt es zu beachten, dass gewisse Unternehmen und Branchen (z. B. Coiffeur, Zahntechniker, Detailhandel oder Reisebüro) für die Ausübung ihrer unternehmerischen Tätigkeit kein oder nur in sporadischem Umfang ein Geschäftsfahrzeug benötigen. Bei diesen Branchen ist ein allfällig geltend gemachter unternehmerischer Nutzungsanteil des Fahrzeuges nachzuweisen (z. B. mittels Bordbuch oder Kundenstamm). Es ist dabei nicht von Belang, ob Fahrzeuge einzeln oder unter Wechselschildern eingelöst sind.

 

Wird ein Fahrzeug bei den direkten Steuern dem Privatvermögen zugeordnet, geht die ESTV davon aus, dass die pauschale Berechnung der Vorsteuerkorrektur zu keinem sachgerechten Ergebnis führt. Wird ein solches Fahrzeug auch für unternehmerische Tätigkeiten, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, eingesetzt, kann auf diesem Anteil unter folgenden kumulativen Voraussetzungen der Vorsteuerabzug vorgenommen werden:

  • Der unternehmerische Anteil der Nutzung wird mittels Bordbuch nachgewiesen;

  • Belege für Investitionen und Aufwendungen, welche nicht in der Buchhaltung erfasst werden, sind aufzubewahren;

  • die gegenüber der ESTV geltend gemachten Vorsteuern müssen auf den jeweiligen Vorsteuerkonti in der Geschäftsbuchhaltung mit Gegenbuchung über das Privatkonto erfasst werden;

  • bei der Anschaffung eines Fahrzeuges (Kauf oder Leasing) ist der Anteil der unternehmerischen Nutzung, welcher zum Vorsteuerabzug berechtigt, aufgrund von Erfahrungswerten zu schätzen. Nutzungsänderungen sind jährlich zu berücksichtigen ( MWST-Info Nutzungsänderungen).

 

Praxisänderung infolge Überprüfung der Praxis durch die ESTV (Publikationsdatum: 17.09.2022; vgl. betreffend zeitliche Wirkung MWST-Info Zeitliche Wirkung von Praxisfestlegungen) und

Praxispräzisierung ( MWST-Info Zeitliche Wirkung von Praxisfestlegungen).


17.09.2022
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