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Ein Angestellter benötigt i.d.R. für seine berufliche Ausübung nur ein Geschäftsfahrzeug (z.B. für Kundenbesuche). Stellt eine Unternehmung einem Mitarbeiter zwei oder mehr Fahrzeuge für dessen geschäftliche Ausübung zur Verfügung, muss die Notwendigkeit, dass mehr als ein Fahrzeug für diese Tätigkeit des Mitarbeiters notwendig ist, durch die Unternehmung nachgewiesen werden. Dies kann mittels Bordbuch oder anderen aussagekräftigen Unterlagen erfolgen. Ansonsten geht die ESTV bei diesen Fahrzeugen von Mietobjekten aus, welche dem Mitarbeiter durch die Unternehmung für dessen Privatzwecke zur Verfügung gestellt werden.

Mehrwertsteuerlich hat dies zur Folge, dass die Vorsteuern auf Investitionen und Aufwendungen durch das Unternehmen abgezogen werden können. Demgegenüber muss mittels einer Vollkostenrechnung, welche die vollständigen Betriebskosten, die kalkulatorischen Abschreibungen von 10 % pro Jahr, die Versicherungen, die Steuern und einen Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag von 10 % auf den errechneten Gesamtkosten beinhalten, ein Mietentgelt berechnet und zum Normalsatz abgerechnet werden. Ein allfälliger Anteil der Nutzung dieser Fahrzeuge für berufliche Zwecke muss mittels geeigneter Mittel (z.B. Bordbuch) nachgewiesen werden und kann bei der Ermittlung des Mietpreises berücksichtigt werden.


Beispiele von Vollkostenrechnungen

Voraussetzungen:

in CHF

Kaufpreis des Fahrzeuges inkl. 7,7 % MWST

107‘700.00

Betriebskosten pro Jahr inkl. 7,7 % MWST

10‘770.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr inkl. 7,7 % MWST

1‘077.00

 

Fall 1: Das Unternehmen rechnet effektiv ab

 

in CHF

Verbuchte Betriebskosten pro Jahr (netto)

10‘000.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr (netto)

1‘000.00

Abschreibung (10 % von CHF 100‘000.00)

  10‘000.00

Gesamtkosten

25‘000.00

Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag 10 %

    2‘500.00

Steuerbemessungsgrundlage

27‘500.00

davon 7,7 % MWST (100 %) = geschuldete MWST

2‘117.50

 

Fall 2: Das Unternehmen rechnet mit dem Saldosteuersatz ab, angenommener Saldosteuersatz von 5,9 %

 

in CHF

Verbuchte Betriebskosten pro Jahr

10‘770.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr

1‘077.00

Abschreibung (10 % von CHF 107‘700.00)

  10‘770.00

Gesamtkosten

26‘617.00

Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag 10 %

    2‘661.70

Steuerbemessungsgrundlage

29‘278.70

davon 5,9 % MWST (100 %) = geschuldete MWST

1‘727.45

 

Fall 3: Das Unternehmen rechnet effektiv ab, die geschäftliche Nutzung des Fahrzeuges macht 20 % aus

 

in CHF

Verbuchte Betriebskosten pro Jahr (netto)

10‘000.00

Versicherung und Steuern pro Jahr

4‘000.00

Miete Parkplatz pro Jahr (netto)

1‘000.00

Abschreibung (10 % von CHF 100‘000.00)

  10‘000.00

Gesamtkosten I

25‘000.00

Geschäftliche Nutzung 20 %

  - 5‘000.00

Gesamtkosten II

20‘000.00

Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag 10 %

    2‘000.00

Steuerbemessungsgrundlage

22‘000.00

davon 7,7 % MWST (100 %) = geschuldete MWST

1‘694.00

 

Welches der Fahrzeuge der geschäftlichen Verwendung zugeordnet wird, hängt nicht von dessen Kaufpreis, sondern von dessen Einsatzzweck beziehungsweise von dessen Funktionalität ab. Die Nutzung von Geschäftsfahrzeugen für den Arbeitsweg gilt ebenfalls als unternehmerisch ( Ziffer 3.4.1). Die Berechnung der Privatanteils kann mittels Pauschalen erfolgen.

 

Beispiel
In der Buchhaltung der Malerei Muster AG sind zwei Fahrzeuge erfasst, welche beide durch den mitarbeitenden Alleinaktionär, Herrn Muster genutzt werden. Beim ersten Fahrzeug handelt es sich um einen Kombi der Marke XY mit einem Neupreis von 80‘000 Franken, welches überwiegend unternehmerisch genutzt wird. Das zweite Fahrzeug ist ein Coupé der Marke Z mit einem Neupreis von 50‘000 Franken. Herr Muster kann nicht nachweisen, dass er dieses Fahrzeug ebenfalls für seine berufliche Tätigkeit für das Unternehmens nutzt.

 

Den Privatanteil betreffend den Kombi kann die Malerei Muster AG mit der pauschalen Ermittlung von 0,8 % vom Kaufpreis exklusive MWST berechnen. Beim zweiten Fahrzeug handelt es sich um eine reine Vermietung der Malerei Muster AG an den mitarbeitenden Alleinaktionär (Art. 24 Abs. 2 MWSTG), welcher einem Lohnausweisempfänger gleichgestellt ist. Der Mietpreis basiert auf einer Vollkostenrechnung. Der Anspruch auf den Vorsteuerabzug besteht auf sämtlichen mit Vorsteuer belasteten Aufwendungen.


20.07.2018
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